Mit Elon Musks Rakete in den Orbit
Rabea Rogge startet als erste deutsche Frau mit SpaceX ins All

Noch nie hat eine deutsche Frau den Sprung ins All geschafft – bis jetzt. Rabea Rogge, 29 Jahre alt, steht kurz vor einem historischen Moment, der Deutschland in der Raumfahrt neu positionieren könnte. Ihre bevorstehende SpaceX-Mission "Fram2" birgt mehr als nur technologische Ambitionen: Sie markiert den Beginn eines neuen Kapitels, das nicht staatlich diktiert, sondern privat vorangetrieben wird. Was genau die Crew in der Schwerelosigkeit erwartet, bleibt vorerst geheim – doch erste Details lassen auf eine außergewöhnliche Mission schließen.

Rabea Rogge könnte in wenigen Tagen zur Pionierin werden. Als erste deutsche Frau soll sie mit einer privat finanzierten Mission ins All fliegen. Das Unternehmen SpaceX bringt sie mit einer Falcon-9-Rakete und der Raumkapsel "Dragon" in den Orbit. Der Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral steht unmittelbar bevor – und lässt Deutschland auf ein lange erwartetes Kapitel in der Raumfahrtgeschichte blicken.

 
 
 
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Historischer Schritt für die deutsche Raumfahrt

Mit dem bevorstehenden Start von Cape Canaveral soll Rabea Rogge als erste deutsche Frau ins All aufbrechen. Die Raumfahrtmission "Fram2" ist nach einem norwegischen Forschungsschiff benannt und wird eine neuartige Umlaufbahn über die Polarregionen der Erde einnehmen. Für die Deutsche Raumfahrtagentur (DLR) ist dies ein Meilenstein: "Erstmals fliegt eine deutsche Frau ins All, und zwar nicht in einem staatlichen Programm, sondern mit einer privaten Initiative", erklärte Walther Pelzer, Generaldirektor der DLR-Raumfahrtagentur.

Die 29-jährige Rogge hat Elektrotechnik an der ETH Zürich studiert und in Norwegen promoviert. Ihr Interesse für Raumfahrt wurde bereits während ihres Studiums geweckt, als sie sich mit Nanosatelliten und deren Einsatz in der erdnahen Umlaufbahn beschäftigte. Bei der Mission ist sie als wissenschaftliche Spezialistin Teil der Crew. Zu den geplanten Experimenten zählen Untersuchungen von Polarlichtern, die aus der Höhe von 425 bis 450 Kilometern besonders intensiv beobachtet werden können. Darüber hinaus könnten erstmals Röntgenbilder von Menschen im All entstehen – ein Schritt mit potenziellen Auswirkungen für die medizinische Forschung in Schwerelosigkeit. Auch für SpaceX ist die spezielle Polumlaufbahn Neuland.

Monatelanges Training für den Ernstfall

Das Training für die Mission war intensiv und interdisziplinär angelegt. In den SpaceX-Zentren wurden Szenarien für Notfälle durchgespielt, medizinische Schulungen absolviert und Experimente vorbereitet. Die Raumanzüge wurden individuell angepasst und regelmäßig getestet. Zusätzlich fanden psychologische Trainings zur Stressresilienz statt – ein zentraler Bestandteil für Missionen mit erhöhtem Risiko. Teamtrainings – etwa bei Kajaktouren in Alaska – stärkten den Zusammenhalt der Crew. "Sieben Tage in nasser Kleidung der Wildnis zu trotzen, hat uns schon zusammengebracht", erzählte Rogge.

Die Wahl der Crew-Mitglieder wurde nicht dem Zufall überlassen. Alle bringen spezielles Wissen und Erfahrungen aus extremen Umgebungen mit. Rogge schätzt besonders den Austausch mit dem australischen Polar-Guide Eric Philips, der das Verhalten unter arktischen Bedingungen verinnerlicht hat. Auch Jannicke Mikkelsen, eine Filmemacherin mit Expeditionserfahrung, ist ein wichtiger Teil des Teams. Gemeinsam simulierten sie Dutzende kritische Szenarien, darunter Druckverlust, medizinische Notfälle und Navigationsprobleme.

Symbolträchtig ist auch das, was Rogge mit ins All nimmt: eine Gedenkmedaille für Otto Lilienthal, den deutschen Flugpionier, und eine Miniatur der Berliner Freiheitsglocke. Rogge wurde in Berlin-Schöneberg geboren, wo das Original im Rathaus hängt. Für sie ist das nicht nur eine Hommage an ihre Heimat, sondern auch ein Zeichen für Freiheit, Fortschritt und Frieden – Werte, die sie in die Schwerelosigkeit mitnehmen will.

Privat finanziert, international besetzt

Die Mission wird nicht durch Steuergelder getragen, sondern vom maltesischen Krypto-Milliardär Chun Wang finanziert, der selbst zur Crew gehört. Wang, der mit Blockchain-Technologien zu Vermögen kam, sieht in der Raumfahrt die nächste große Wachstumsbranche. "Die Erde ist nicht unser Limit", sagte er in einem Interview. Neben Rogge und Wang fliegen die norwegische Filmemacherin Jannicke Mikkelsen und der australische Polar-Guide Eric Philips mit. "Ich freue mich darauf, mit dieser unglaublichen Crew zu starten", schrieb Rogge auf der Plattform X.

Wie aero.de berichtet, dauert die Mission rund vier Tage. Der genaue Startzeitpunkt kann sich jedoch kurzfristig verschieben. Technische Probleme, Wetterlagen oder Sicherheitsaspekte können eine kurzfristige Verschiebung notwendig machen – in der Raumfahrt kein Ausnahmefall. Einmal gestartet, soll die Dragon-Kapsel mehrere Orbits über die Polarregionen absolvieren, bevor sie im Atlantik wassern wird.

Die internationale Raumfahrtgemeinde beobachtet das Projekt mit großer Aufmerksamkeit. Expert:innen sehen in Fram2 einen Vorboten für künftige Kooperationen zwischen Staaten, Privatunternehmen und Wissenschaft. Besonders bemerkenswert ist der wissenschaftliche Anspruch der Mission: Die Ergebnisse könnten Impulse für die Sonnenforschung, Strahlenschutz und die Weiterentwicklung von Raumanzügen liefern.

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