Innovative Weiterbildung für Aufsichtsräte und Vorstände
Neue Denkfabrik in Berlin rüstet Führungskräfte für die Zukunft

| Redaktion 
| 15.10.2024

Eine neue Denkfabrik in Berlin will Führungskräfte auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten und gezielt Wissen in Bereichen wie Nachhaltigkeit und Künstlicher Intelligenz vermitteln. Unterstützt von prominenten Persönlichkeiten, soll das Institut eine zentrale Rolle in der Transformation der deutschen Wirtschaft spielen.

Das BIGL ist als sogenanntes An-Institut der Hochschule für Wirtschaft & Recht Berlin gegründet worden. Ein An-Institut arbeitet eng mit einer Hochschule zusammen, ist aber rechtlich eigenständig. Es profitiert von den wissenschaftlichen Ressourcen und der Expertise der Hochschule, agiert aber unabhängig als eigenständige Organisation. Diese Struktur ermöglicht dem BIGL, praxisnahe Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte zu entwickeln und gleichzeitig den wissenschaftlichen Anspruch zu wahren.

Prominente Unterstützer setzen auf die Denkfabrik

Wie das Handelsblatt berichtet, zählen unter anderem die renommierte Juristin Daniela Weber-Rey und Ilse Henne, Aufsichtsratschefin von Thyssen-Krupp Steel, zu den prominenten Unterstützern.

Weber-Rey, die als Expertin für Corporate Governance international anerkannt ist, hebt die Bedeutung des Instituts hervor: "Wir brauchen in Deutschland eine unabhängige Auseinandersetzung mit modernen, wertorientierten Führungskonzepten." Auch Henne sieht die wachsende Komplexität der Aufsichtsratstätigkeit als eine große Herausforderung. Durch die gezielten Weiterbildungsangebote des BIGL sollen Führungskräfte für diese anspruchsvollen Aufgaben besser vorbereitet werden.

Nachholbedarf bei Corporate Governance in Deutschland

Der Bedarf an modernen, zukunftsorientierten Ausbildungsprogrammen für Aufsichtsräte ist groß, insbesondere in Deutschland. Laut dem Deutschen Verband für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) sind rund ein Drittel der DAX-Aufsichtsräte nicht mehr unabhängig. Das BIGL will diesen Mangel durch praxisnahe Schulungen ausgleichen, die nicht nur rechtliche Pflichten vermitteln, sondern auch auf zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen eingehen.

Breite Unterstützung und nachhaltige Finanzierung

Das Institut wird von einer breiten Basis öffentlicher und privater Förderer unterstützt. Neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehören auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie BDO und Mazars zu den Förderern. Die Mercator-Stiftung unterstützt das BIGL zudem mit 340.000 Euro, um die Entwicklung des Instituts über die nächsten zwei Jahre zu fördern.

Lars Grotewold, Bereichsleiter bei der Mercator-Stiftung, betont die Einzigartigkeit des BIGL: "Dieses Projekt bringt Klimaschutz in die betriebswirtschaftlichen und strategischen Prozesse ein und hebt sich damit von herkömmlichen Weiterbildungsangeboten ab, die oft nur Pflichten und Haftungsfragen behandeln."

Forschung und Praxis eng verzahnt

Ein besonderer Vorteil des BIGL liegt in der engen Zusammenarbeit von Forschung und Praxis. Durch die Verbindung mit der Hochschule für Wirtschaft & Recht Berlin kann das Institut akademische Erkenntnisse direkt in praxisnahe Ausbildungsprogramme umsetzen. So entsteht eine fundierte Grundlage für eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Unternehmensführung, die Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität in den Fokus rückt.

Die erste große Veranstaltung des Instituts ist die Jahrestagung am 18. Oktober 2024 in Berlin. Hier werden hochrangige Führungskräfte und Experten erwartet, um die Zukunft der Unternehmensführung in Deutschland gemeinsam zu diskutieren.

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