19,2 Milliarden Euro in 2024
Deutsche Bundesbank vermeldet Rekordverlust

| Redaktion 
| 25.02.2025

Zum ersten Mal seit 1979 schreibt die Deutsche Bundesbank für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust aus – und mit einem Minus von 19,2 Milliarden Euro erreicht dieser direkt Rekordausmaße. Hauptursächlich sind die geldpolitischen Maßnahmen der EZB zur Inflationsbekämpfung. Während die Bundesbank selbst nicht in akuter Gefahr schwebt, steht dem Bundeshaushalt eine weitere Nullrunde bevor.

"Geldpolitische Maßnahmen prägen Bilanz der Bundesbank" titelt man am Dienstag auf offizieller Seite vergleichsweise unverfänglich. Etwas konkreter bringt es die Bild wie so oft auf den Punkt, wenn sie von einem "historischen Verlust" spricht und feststellt, dass die Deutsche Bundesbank noch nie ein größeres Minus eingefahren hat als das nun vermeldete: In der Bilanz für das vergangene Jahr prangern 19,2 Milliarden Euro in Rot.

Es handelt sich dabei um das erste Mal seit 1979, dass die Deutsche Bundesbank in den roten Zahlen landet. Bild erinnert sich, dass sie schon 2023 nur knapp im Plus landete, da sie eingefahrene Verluste seinerzeit noch durch Rückstellungen in Milliardenhöhe kompensieren konnte. Insbesondere mit der Zinswende haben die eingangs genannten "geldpolitischen Maßnahmen" jedoch dazu geführt, dass sich dieser Ausgleich nicht wiederholen lässt.

Gold gibt Sicherheit

Die Bundesbank hat in der Vergangenheit Staats- und Unternehmensanleihen gekauft, die nur wenig Zinsen bringen. Gleichzeitig muss sie den Geschäftsbanken nun höhere Zinsen auf deren Einlagen zahlen, weil die EZB die Leitzinsen ab Sommer 2022 stark angehoben hat, um die Inflation zu bekämpfen. In der Konsequenz sind die Ausgaben der Bundesbank deutlich höher als ihre Einnahmen. Erst im Januar wurde der Leitzins zuletzt wieder gesenkt.

"Der Höhepunkt der jährlichen Belastungen dürfte überschritten sein", ordnete Bundesbankpräsident Joachim Nagel bei der Vorstellung des Jahresabschlusses ein. Er unterstrich, dass die Bundesbank eine "solide Bilanz" habe und verwies darauf, dass die "Bewertungsreserven, insbesondere beim Gold, um ein Vielfaches höher als der aktuelle und die zu erwartenden Bilanzverluste" seien. Nach den USA verfügt Deutschland über die zweitgrößte Goldreserve der Welt.

Bundeshaushalt geht leer aus

Während die Deutsche Bundesbank selbst nicht in ihrer Existenz bedroht ist, steht es schlecht um die Ausschüttung an den Bundeshaushalt – dorthin überweist die Bundesbank ihre Gewinne üblicherweise. Während sich der Haushalt vor sechs Jahren beispielsweise noch über rund 5,85 Milliarden zusätzliche Euro freuen durfte, geht er diesmal leer aus.

Vor dem Hintergrund der jüngst abgeschlossenen Bundestagswahl äußerte sich Bundesbankpräsident Joachim Nagel auch zur Lage der Wirtschaft, wo "hohe Energiepreise, die grüne Transformation und der demografische Wandel" speziell exportorientierte Unternehmen unter Druck setzen würden.

"Mit einer klugen, konsistenten und verlässlichen Wirtschaftspolitik lässt sich Aufbruchstimmung erzeugen und die Bereitschaft steigern, mehr zu investieren", appellierte er in Richtung der künftigen Entscheidungsträger.

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