Zinssatz für Einlagefazilität nun 2,75 Prozent
EZB-Zinsentscheid: Erneute Senkung im Euroraum

| Redaktion 
| 30.01.2025

Am Donnerstag hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wie weithin erwartet verkündet, dass ihre drei Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte sinken. Der neue Zinssatz für die Einlagefazilität beläuft sich damit auf 2,75 Prozent. Mit diesen Maßnahmen möchte die EZB die Inflation kontrollieren und die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln. Zur mäßigen Konjunkturprognose trägt Deutschland nennenswert bei.

Durch die Senkung um jeweils 25 Basispunkte ergeben sich darüber hinaus neue Werte für Hauptrefinanzierungsgeschäfte (2,90 Prozent) und für Spitzenrefinanzierungsfazilität (3,15 Prozent). Der vielbeachtete Zinssatz für die Einlagefazilität wiederum wird oft als Indikator für die geldpolitische Haltung der EZB gewertet und signalisiert, ob sie eine expansivere oder restriktivere Geldpolitik verfolgt.

Für Verbraucher und Unternehmen ergeben sich durch niedrigere Zinsen die Möglichkeiten auf günstigere Darlehen. Gleichzeitig wird das Sparen unattraktiver, da weniger Zinsen auf angelegtes Guthaben anfallen. Auf diese Weise wird der Anreiz zur Aufnahme eines Kredits für kostspielige Investitionen erhöht; im Falle von Privatleuten beispielsweise für Häuser und Autos oder auf Unternehmensseite für Erweiterungen, Innovationen oder groß angelegte Projekte.

Sorgenkind Deutschland trübt Prognose

Die Europäische Zentralbank erwartet in ihrer Erklärung zur Entscheidung, dass sich die Inflation "im Wesentlichen weiterhin im Einklang mit den Projektionen entwickelt" und "im laufenden Jahr zum mittelfristigen Zielwert des EZB-Rats von 2 Prozent" zurückkehrt. Eine nach wie vor hohe Binneninflation führt sie darauf zurück, dass sich "die Löhne und die Preise in bestimmten Sektoren derzeit noch mit einer erheblichen Verzögerung an den starken Inflationsanstieg in der Vergangenheit anpassen."

Bei der Pressekonferenz in Frankfurt am Donnerstagnachmittag stellte EZB-Chefin Christine Lagarde fest, dass die Konjunktur im vierten Quartal des letzten Jahres stagnierte und "auch in nächster Zeit schwach bleiben" wird. Zur suboptimalen Prognose leistet Deutschland einen nennenswerten Beitrag, da das Bruttoinlandsprodukt in Europas größter Volkswirtschaft nun zwei Jahre am Stück gesunken ist.

Seit der Zinswende im Sommer letzten Jahres hat die EZB bereits die fünfte Senkung in Folge festgelegt. Grundsätzlich will sich der EZB-Rat "nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad" festlegen und Entscheidungen von der aktuellen Datenlage abhängig machen. Allerdings rechnen diverse Experten damit, dass es im Laufe des Jahres zu weiteren Zinssenkungen kommt.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV